Stadtgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Ketzins erfolgte im Jahre 1197. In dieser Urkunde wurden auch Paretz, Knoblauch und Markau erwähnt.  In einer Urkunde aus dem Jahre 1307 und 1320 taucht der Name Ketzin mit dem Zusatz „oppidum“ auf. Eine Bezeichnung die im Sinne von Städtchen, Marktflecken oder Ort mit städtischem Charakter verwendet wurde. Direkt zur Stadt gehören die Ortsbereiche Paretz und Brückenkopf. Ketzin entwickelte sich zu einem typischen Fischerort, was der Knüttepfriemen im Stadtwappen aus dem Jahre 1574 beweist.

 

Stadtwappen:

 

Wappen

 

Links:

Knüttepfriemen

 

Mitte:
Bindestock


Rechts:
Petri-Schlüssel

 

Im Jahre 1738 wurde die Ketziner Fischergilde gegründet, der 30 Kleinbürger und Fischer angehörten.  Da die Fischerei einen wichtigen Teil der Ketziner Geschichte darstellt, steht noch heute ihre Zunfttruhe, die „Fischerlade“, im Museum der Stadt. Zu Ehren dieser Zunft wird in regelmäßigen Abständen im August das große Fischerfest gefeiert.

Mit der Entdeckung der Tonvorkommen im Jahre 1860 durch den Lehrer Kaselitz erlebte die Stadt einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Bereits 1882 gab es in Ketzin 14 Ziegeleien mit 21 Ringöfen und 13 Tongruben. Jährlich wurden ca. 100 Millionen Ziegelsteine hergestellt.

Auch viele historische Sehenswürdigkeiten prägen das Stadtbild, so u.a. die aus dem 12. Jahrhundert stammende St.-Petri-Kirche, das Königs-Wassersportheim oder das kleine „Buddenhaus“ aus dem 18. Jahrhundert.

Die Havelfähre „Charlotte“, die touristischer Anziehungspunkt und zugleich öffentliches Verkehrsmittel ist, erfreut sich großer Beliebtheit bei unseren Gästen.

 

Fähre
 


Einer Urkunde aus dem Jahre 1375 ist zu entnehmen, dass Ketzin bereits seit dieser Zeit das Fährrecht besitzt.

 



Ortsbereich Brückenkopf



Wald


Begibt man sich von Ketzin/Havel in Richtung Brandenburg, so führt die Landstraße durch den Ketziner Ortsbereich Brückenkopf. Das Areal wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch die dort ansässigen Ziegeleien geprägt. Der notwendige Ton wurde aus bis zu 30 m tiefen Gruben abgebaut. Nach Erschöpfung der Tonvorkommen füllten sich die Gruben mit Wasser, so dass eine große Seenfläche entstand für eine artenreiche Flora und Fauna. Ab 1925 begann die Besiedlung auf dem ehemaligen Ziegeleigelände und es entwickelte sich das Arial zu einem beliebten Urlaubs- und Wohngebiet.

 

Steg

 

Am Beginn der Siedlung führt eine Brücke über den ehemaligen Ziegeleikanal. Die Brücke wurde 1896  als einfache Zugbrücke gebaut, die während des Schiffverkehrs hochgezogen wurde. Etwa 1925 entstand eine Zugbrücke mit einer Eisenkonstruktion und Bohlenplanken. Später wurde dieses Bauwerk komplett abgebaut, und es entstand eine feste asphaltierte Brücke, die 1973 für den Verkehr freigegeben wurde. Im Jahre 2005 erfolgte eine erneute grundlegende Neugestaltung der Brücke.